Einzelexerzitien

Begleitete Einzelexerzitien

Von Anfang an ist die Methode der Exerzitien eingesetzt worden für Menschen, die - mitten im Leben stehend - ihre Lebenssituation klären und ordnen wollten mit der Frage: Was hat Gott in  m e i n Leben hineingelegt und wofür soll  i c h mich einsetzen?

Im Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola wird empfohlen, sich "abseits abzuscheiden", um Distanz zu gewinnen zu dem, was täglich beschäftigt.
So wird der Blick freier für das, was in alledem verdeckt enthalten ist, Lebenweckendes und Lebenhemmendes, und es kann in den Zeiten des Gebetes und im begleitenden Gespräch eine Sensibilität für die Lebenszeichen und die Wegzeichen Gottes wachsen.

So wächst in Unterscheidung und Entscheidung eine Entschiedenheit, die dem vielschichtigen Leben Profil gibt. Es wächst die Fähigkeit, in den unterschiedlichen Angeboten, Anfragen, Verlockungen aus Überzeugung ja oder nein zu sagen. Es wächst die Freiheit gegenüber den Abhängigkeiten, in die wir als Menschen verstrickt sind.

 

1. Die Rolle des Exerzitien-Begleiters ist in dieser Art Einkehr zentral. Der Begleiter trifft sich mit dem Einkehrenden täglich für ca. ½ Stunde. Der Einkehrende spricht mit dem Begleiter über seine Erfahrungen während der letzten 24 Stunden, in welchen er suchte, sich für Gott zu öffnete und der Stimme des Heiligen Geistes gegenüber empfindsam zu werden. Die Begleitperson stellt passende Materialien zur Verfügung und macht Vorschläge für das Gebet in den nächsten 24 Stunden.

2. Obwohl der ganze Tag in gewisser Hinsicht als Gebet erfahren werden kann, ist es ratsam, wenn man den Tag in spezifische Gebetszeiten unterteilt, so daß man zwischen drei bis fünf Stunden in konzentriertem Gebet verbringt.

3. Jeweils nach den Zeiten des Gebetes reflektiert der Einkehrende über das, was er in der Gebetszeit erlebt hat (z.B. wie habe ich Gott erfahren? wie ging es mir dabei? was schien Gott zu sagen? etc.). Das Führen eines Gebets-Tagebuches hat sich dabei als sehr hilfreich erwiesen.

4. Zwischen den einzelnen Gebetszeiten ist es wichtig, sich zu entspannen und auszuruhen, denn wenig wird erreicht in einer Atmosphäre von Anstrengung und Müdigkeit. Diese Ruhepausen sind dazu da, Abwechslung in den Tag zu bringen. Es ist aber wichtig darauf zu achten, dass die Stille der Exerzitien nicht unterbrochen wird und man so nicht den Geschmack am und den Wunsch zum Gebet verliert.

5. Eine ruhige und friedliche Gebetsatmosphäre ist wichtig, damit jede Person ihren eigenen täglichen Rhythmus von Gebet, Reflexion und Entspannung finden kann. Es ist in einer Atmosphäre des Schweigens und der Schlichtheit, wo man am besten mit Gott allein ist und das leise Reden des Geistes verspürt.

6. Neben dem Wunsch zu beten muss der Einkehrende die Bereitschaft und Fähigkeit besitzen, mit dem Begleiter offen über das, was während des Gebetes passiert, zu reden. Dies kann allerdings manchmal schwierig sein, besonders wenn die einkehrende Person diese Art von Einkehr noch nie gemacht hat und die Erfahrungen im Gebet als etwas sehr Persönliches empfindet.

7. Der Exerzitien-Begleiter hat keine festen Ziele oder Erwartungen in Bezug auf das Gebet des Einkehrenden. Für den, der Gott im Gebet sucht und sich dem Reden Gottes aussetzt, gibt es keine festen Normen von Erfolg oder Misserfolg. Der Einkehrende sucht schlicht und einfach sich Gott zu öffnen.

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31.12.2014

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